Geschichte von Zumdorf

Nostalgisch und Geheimnisvoll
Zwischen Hospental und Realp, politisch zur Gemeinde Hospental gehörend, liegt das einst und heute noch „kleinste Dorf der Schweiz“. Zumdorf ist eine ausgewiesene Walsergründung und war früher eine selbständige Kuratkaplanei mit Kapelle, Kaplanei und Schule. Durch Lawinenniedergänge schwer heimgesucht, vereinigte sich Zumdorf mit Hospental. Im März 1851 wurde der Weiler durch eine Lawine gänzlich verschüttet, doch vermochte er sich auch weiterhin zu erhalten. Im Jahre 1869 zählte der Weiler noch 13 Seelen. Heute gibt es in Zumdorf zwei zeitweise bewohnte Häuser und das vielbesuchte Restaurant zum Dörfli, dessen Wirtefamilie das ganze Jahr in Zumdorf wohnt. Das Schmuckstück aber von Zumdorf ist die dem hl. Niklaus geweihte Barockkapelle, die 1720 vom Ursener Architekten Bartholomäus Schmid erbaut und 1971 fach- und stilgerecht restauriert wurde. Diese Kapelle birgt ein Kleinod ganz besonderer Prägung: Den im Jahre 1728 von Jodok Ritz geschaffenen Rosenkranzaltar, welcher von 10 runden Hinterglasbildern, die sich auf die Nikolauslegende und mehrfach auf Ansichten von Zumdorf beziehen, umgeben ist.

Bartholomäus Schmid
gehörte zu der seit dem 17. Jahrhundert in Hospental nachweisbaren Familie Schmid. Am 25. August 1660 wurde Bartholomäus geboren und 1693 zum Talmann von Ursern angenommen. In Bartholomäus Schmid erwuchs dem Lande Uri sein bedeutenster Barockarchitekt. Schon der Grossvater von Bartholomäus war ein bekannter Baumeister und erbaute die Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Andermatt, die dann sein Enkel später vergrösserte. Es dauerte 200 Jahre, bis die fünfte Generation der Schmid, nämlich Bartholomäus mit seinem Vater und seinem Sohn ins Bürgerrecht von Ursern aufgenommen wurde. Sohn Johann Sebastian diente dem Tal als langjähriger Schreiber und stand ihm 1747 - 49 als Talmann vor. Charakteristisch für den Baustil von Bartholomäus Schmid ist die Anbringung von Rundbogenblenden, deren Wirkung durch vorgesetzte Pilaster erhöht wird. Diese Blendbogen trifft man unter anderem auch in der Kapelle in Zumdorf an. Zu erwähnen wären noch verschiedene andere Bauten von Bartholomäus Schmid, teils im Ursenertal, wie z.B. Kirche und Kapelle zu St. Karl in Hospental. 1738 stirbt Bartholomäus Schmid, doch seine wunderbaren Werke haben noch immer grosse Bedeutung.